Kräuter & Pflanzen
Gunder­mann
Glechoma hederacea
Sarah Christiansen
15 Apr, 2019
Dieser kleine Frühlingsbote erfreut so manches Mal mein Auge als Farbtupfer auf dem noch vorfrühlingshaften Waldboden. Oftmals wird er jedoch übersehen, denn der Gundermann ist ein sehr bescheidenes und eher unauffälliges Kräutlein. Dabei steckt allerhand in dem kleinen Kerlchen, was man ihm auf den ersten Blick vielleicht zunächst gar nicht zutraut.
Bereits der Name klingt, wie ich finde, sehr freundlich und man könnte sich den Gundermann gut als Titelhelden eines mittelhochdeutschen Versepos vorstellen („Der Gundermann“ von Wolfram von Esselsleben). Der Name leitet sich dabei vermutlich tatsächlich vom althochdeutschen Wort „gund“ ab, welches „Eiter“ bedeutet. Daran lässt sich u. a. erkennen, dass Gundermann schon lange von Menschen als Heilkraut verwendet wird.
Interessant ist auch, dass Gundermann in alter Zeit benutzt wurde, um Hexen zu erkennen.
Dafür musste man nur zur Walpurgisnacht einen Kranz aus Gundermann winden und sich auf den Kopf setzen. Bei den Kelten war das Kräutlein sogar heilig und wurde zum Schutz gegen böse Zauber um das Haus herum angepflanzt.

Wo sammle ich den Gundermann und wie erkenne ich ihn?

Als Standort bevorzugt Gundermann nährstoffreiche, feuchte sowie lehmige Böden, deshalb findet man das weitverbreitete Kraut häufig an Waldrändern, in lichten Wäldern, in der Nähe von Ufern, auf Wiesen, an Böschungen oder Hecken.
Gundermann kann man daher wunderbar unterwegs sammeln, etwa auf einer Wanderung oder bei einem Spaziergang. Auch im eigenen Garten findet man das Kräutlein, und da es schnell wächst, wird es dort vielfach auch als Bodendecker eingesetzt. Die beste Zeit zum Sammeln ist von April bis Juni.
Wenn man weiß, worauf man achten muss, ist Gundermann gut zu erkennen:
Die schmucken kleinen Blüten sind blauviolett und lippenförmig. Sie wachsen direkt am vierkantigen Stengel. Die Blätter hingegen sind rundlich-herzförmig mit einem gekerbten Blattrand und erreichen eine Größe von 0,5–3 cm. Es besteht Verwechslungsgefahr mit ebenfalls essbaren Pflanzen, die teilweise als Heilpflanze verwendet werden können, wie Echtem Ehrenpreis, Taubnessel, Echter Nelkenwurz oder Knoblauchsrauke. Von allen lässt sich der Gundermann allerdings sehr gut anhand des Duftes unterscheiden, denn nur Gundermann verfügt über den typisch würzigen Geruch.

Was kann man mit Gundermann so alles anstellen?

Dieser markante Geruch des Gundermanns äußert sich auch in einem sehr kräftigen, würzigen, teilweise etwas scharfen Geschmack, der ideal für die unterschiedlichsten Speisen geeignet ist. So kann man nicht nur ein schmackhaftes Kräutersalz daraus kreieren, auch einem Salat, Quark oder Kartoffeln verleiht Gundermann das gewisse Extra im Geschmack. Außerdem ist er der Star einer jeden Kräuterlimonade, die etwas auf sich hält. Schon beinahe klassisch ist darüber hinaus das Gundermann-Pesto.

Es gibt zudem interessante Dessert-Rezepte, bei denen das Kraut einen Überzug aus Schokolade erhält. Die essbaren hübschen Blüten eignen sich wunderbar als Deko, etwa für ein Brot mit Frischkäse oder Kräuterbutter.

Im Tee schmeckt der Gundermann ebenfalls sehr gut, am besten aus frischen Blättern und Blüten zubereitet, dann entfaltet er sein ganzes Aroma. Aber auch getrocknet, z. B. in einer Kräuterteemischung, ist er nicht zu verachten. Dabei ist so ein Tee nicht nur lecker, sondern auch sehr heilsam.

Gundermann – ein Heilkraut?

Gundermann ist nämlich ein althergebrachtes Heilkraut und gilt als Geheimtipp bei chronischer Erkältung bzw. chronischen Problemen mit den Nasennebenhöhlen.

Bereits die vielzitierte Hildegard von Bingen war vom Gundermann überzeugt und empfahl das Kraut u. a. gegen Ohrenbeschwerden. Außerdem wirkt er appetitanregend und wird zum Entgiften und zur Reinigung verwendet, denn er bindet beispielsweise Schwermetalle. Weitere Anwendungsgebiete sind Rachenentzündungen oder Blasenbeschwerden.

 

Dieses schöne Kräutlein ist also ein echter Tausendsassa. Geben Sie dem freundlichen Herrn Gundermann daher eine Chance, wenn Sie ihn das nächste Mal sehen und laden Sie ihn doch einmal zu einem kleinen Besuch in Ihrer Küche ein.

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Zweite Feder

„Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort und dem richtigen ist derselbe wie zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz“ – Mark Twain

Meine Begeisterung für das geschriebene Wort wurde bereits sehr früh geweckt, denn ich bin in einem Haushalt voller Bücher aufgewachsen. Deshalb habe ich schon seit meiner Kindheit immer sehr viel gelesen und eigene Geschichten geschrieben.
Im Laufe meiner Schulzeit bildete sich dann mein Berufswunsch heraus, ich wollte unbedingt mit Texten arbeiten und Lektorin oder Kulturjournalistin werden.
Deshalb studierte ich Germanistik und Skandinavistik an der Universität Göttingen und schloss mein Studium Anfang 2011 mit einem Magister Artium ab.
Während meines Studiums korrigierte ich unzählige Hausarbeiten von Kommilitonen, schrieb Artikel für Zeitschriften und arbeitete redaktionell im PR-Bereich. Im Anschluss daran war ich knapp fünf Jahre lang im Wissenschaftslektorat tätig und u. a. für die Betreuung einer wissenschaftlichen Zeitschrift verantwortlich, für die ich das Layout und Korrektorat übernahm. Nebenberuflich habe ich ebenfalls als Lektorin gearbeitet sowie als Texterin.

Des Weiteren konnte ich einige Erfahrungen im Marketing und im Verlagswesen sammeln.

In all diesen Jahren ist meine Leidenschaft für die Arbeit an und mit Texten nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, nach wie vor freue ich mich jedes Mal, wenn ich einen neuen Text vor mir liegen habe, der von mir bearbeitet werden darf oder wenn ich selbst einen Text schreibe und mich dafür vorher in ein neues Thema einarbeiten kann.
☆ Skandinavische Sprachen (Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Isländisch), Kultur und Literatur ☆ PR und Marketing ☆ Kreatives Schreiben ☆ Literatur, insbesondere deutschsprachige Literatur des „Fin de Siècle“ (Wiener Moderne, Impressionismus/Symbolismus) und poetischer Realismus ☆ Fantasy & Graphic Novels ☆ Politik ☆ Netzkultur/Nerdkultur ☆ Fauna

In eine Musikerfamilie hineingeboren, lag es natürlich nahe, dass die Kunst und im Besonderen die Literatur und Musik ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sein würden. Während der Schulzeit standen dann, neben der Lektüre des gesammelten Bestands der erreichbaren Bibliotheken, vor allem Geigenstunden, Chor und später der Musik-Leistungskurs an erster Stelle.

Als klassischer Bücherwurm siegte jedoch nach der Schule die Liebe zur Literatur und ich schloss mein Germanistik- und Geschichtsstudium an der Universität Freiburg i. Brsg. mit einem Bachelor of Arts, und an der Universität Göttingen mit dem Master of Arts ab.
In dieser Zeit konnte ich außerdem erste Erfahrungen in der Verlagswelt sammeln, genauer gesagt, in die Bereiche Herstellung, Vertrieb und PR eines kleinen, belletristisch ausgerichteten Münchner Verlags hineinschnuppern. Durch mehrere Nebenjobs, größtenteils ebenfalls in der PR und im Lektorat, die ich während des Studiums ausübte, erarbeitete ich mir bereits praktische Routine und Sicherheit in diesen Bereichen.

Inzwischen wieder in die alte Heimat zurückgekehrt, lektoriere, korrigere und texte ich nun auch von München aus.

Was mich an meiner Arbeit für die Zweite Feder besonders begeistert, ist die Möglichkeit, an Texten zu feilen, mit Sprache zu spielen und gleichzeitig jeden Tag neue Themen, Menschen und Geschichten zu entdecken und über diese Entdeckungen zu schreiben.

☆ Musik und Musiktheorie (Spezialgebiet „Alte Musik“, v. a. Barock) ☆ Geschichte ☆ Englischsprachige, vor allem britische Literatur ☆ Filme und Serien ☆ SciFi ☆Garten und Pflanzen ☆ Reisen ☆ Wandern ☆ Stricken