Kräuter & Pflanzen
Frauenmantel
Alchemilla xanthochlora
Sarah Christiansen
14 Aug, 2019
Bereits die Germanen verwendeten Frauenmantel, um Wunden zu heilen und Blutfluss bei Frauen zu stillen. Sie weihten ihn sogar der Göttin Freyja. Auch heute wird die Pflanze als Heilkraut eingesetzt, oftmals allerdings nur noch als Zierstaude im Garten angepflanzt. Da macht sie sich zugegebenermaßen auch sehr schön, doch sollte sich bemühen, wer eine Kräuterhexe werden will, das gesamte Potenzial dieses Krautes zu nutzen.

Wo wächst Frauenmantel und wie erkenne ich ihn?

Frauenmantel kann im eigenen Garten angebaut, aber auch wild gesammelt werden, die beste Erntezeit ist dabei zwischen April und August. Das Kräutlein bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und feuchte, nährstoffreiche Böden. Man findet es deshalb bevorzugt in lichten Wäldern, auf feuchten Wiesen oder in Gräben.

Gut zu erkennen ist Frauenmantel an seinen runden bis nierenförmigen und bis zu 15 cm breiten Blättern. Außerdem verfügen die Blätter über sieben bis elf Lappen bzw. Ausbuchtungen und einen gezähnten Rand. Die Blattunterseiten sowie deren Stiele sind behaart.

Ab Mai kann man sich dann an den schönen gelb-grünen Blüten erfreuen. Diese stehen an Rispen und sind jeweils nur wenige Millimeter groß. Die Rispen sind dabei Teil dichter Blütenstände. Die gesamte Pflanze ist etwa 40 cm hoch.

Guttationstropfen

Eine Besonderheit beim Frauenmantel sind die Tropfen, die sich häufig auf dessen Blättern finden. Dabei handelt es sich um sogenannte „Guttationstropfen“. Diese werden von der Pflanze, vor allem in der Nacht, aktiv ausgeschieden. Die von mir zu Rate gezogene biologische Literatur sagt, dass dies geschieht, um trotz Wassersättigung den Nährstofftransport aus den Wurzeln in den oberen Teil der Pflanze zu gewährleisten.

Bereits in früheren Zeiten staunten die Menschen über die Tropfen und waren davon überzeugt, dass diesen magische Kräfte innewohnten, weshalb beispielsweise Druiden sie sammelten. Auch die Alchemisten des Mittelalters waren fasziniert von den vermeintlichen „Tautropfen“ und versuchten sogar, ihrem liebsten Hobby nachgehend, Gold daraus zu gewinnen. Daran erinnert heute noch der botanische Name „Alchemilla“.

Verwendung in der Küche

Eine wenig bekannte Tatsache ist, dass sich Frauenmantel auch in der Küche wunderbar verwenden lässt. Die schmucken Blüten lassen sich ideal als Deko auf Salaten oder Süßspeisen anbringen, und die jungen, frischen Blätter machen sich gut in Salaten oder auch im Kräuterquark und verleihen Suppen das gewisse Extra.

Frauenmantel nur für „Frauenkrankheiten“?

Wie so oft steckt das Hauptanwendungsgebiet des Kräutleins bereits in seinem Namen. Tatsächlich wird Frauenmantel hauptsächlich bei Frauenbeschwerden eingesetzt. So findet das Kraut Anwendung bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, PMS, hilft in der Schwangerschaft Fehlgeburten vorzubeugen, wird bei unerfülltem Kinderwunsch angewandt und unterstützt nach der Geburt den Milchfluss und die Rückbildung. Aber Frauenmantel ist nicht nur ein Freund der Frauen, sondern auch für Männer eine wertvolle Heilpflanze, denn auch bei Husten, Erkältung oder Schnupfen, Verdauungsproblemen und Migräne wirkt er lindernd und stärkend.

Egal, ob Sie etwas Pfiff in die Küche bringen, einen Tee für die Verdauung zubereiten oder einen Versuch der Goldgewinnung wagen wollen, Frauenmantel ist in all diesen Fällen das Kraut Ihrer Wahl.

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Zweite Feder

„Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort und dem richtigen ist derselbe wie zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz“ – Mark Twain

Meine Begeisterung für das geschriebene Wort wurde bereits sehr früh geweckt, denn ich bin in einem Haushalt voller Bücher aufgewachsen. Deshalb habe ich schon seit meiner Kindheit immer sehr viel gelesen und eigene Geschichten geschrieben.
Im Laufe meiner Schulzeit bildete sich dann mein Berufswunsch heraus, ich wollte unbedingt mit Texten arbeiten und Lektorin oder Kulturjournalistin werden.
Deshalb studierte ich Germanistik und Skandinavistik an der Universität Göttingen und schloss mein Studium Anfang 2011 mit einem Magister Artium ab.
Während meines Studiums korrigierte ich unzählige Hausarbeiten von Kommilitonen, schrieb Artikel für Zeitschriften und arbeitete redaktionell im PR-Bereich. Im Anschluss daran war ich knapp fünf Jahre lang im Wissenschaftslektorat tätig und u. a. für die Betreuung einer wissenschaftlichen Zeitschrift verantwortlich, für die ich das Layout und Korrektorat übernahm. Nebenberuflich habe ich ebenfalls als Lektorin gearbeitet sowie als Texterin.

Des Weiteren konnte ich einige Erfahrungen im Marketing und im Verlagswesen sammeln.

In all diesen Jahren ist meine Leidenschaft für die Arbeit an und mit Texten nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, nach wie vor freue ich mich jedes Mal, wenn ich einen neuen Text vor mir liegen habe, der von mir bearbeitet werden darf oder wenn ich selbst einen Text schreibe und mich dafür vorher in ein neues Thema einarbeiten kann.
☆ Skandinavische Sprachen (Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Isländisch), Kultur und Literatur ☆ PR und Marketing ☆ Kreatives Schreiben ☆ Literatur, insbesondere deutschsprachige Literatur des „Fin de Siècle“ (Wiener Moderne, Impressionismus/Symbolismus) und poetischer Realismus ☆ Fantasy & Graphic Novels ☆ Politik ☆ Netzkultur/Nerdkultur ☆ Fauna

In eine Musikerfamilie hineingeboren, lag es natürlich nahe, dass die Kunst und im Besonderen die Literatur und Musik ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sein würden. Während der Schulzeit standen dann, neben der Lektüre des gesammelten Bestands der erreichbaren Bibliotheken, vor allem Geigenstunden, Chor und später der Musik-Leistungskurs an erster Stelle.

Als klassischer Bücherwurm siegte jedoch nach der Schule die Liebe zur Literatur und ich schloss mein Germanistik- und Geschichtsstudium an der Universität Freiburg i. Brsg. mit einem Bachelor of Arts, und an der Universität Göttingen mit dem Master of Arts ab.
In dieser Zeit konnte ich außerdem erste Erfahrungen in der Verlagswelt sammeln, genauer gesagt, in die Bereiche Herstellung, Vertrieb und PR eines kleinen, belletristisch ausgerichteten Münchner Verlags hineinschnuppern. Durch mehrere Nebenjobs, größtenteils ebenfalls in der PR und im Lektorat, die ich während des Studiums ausübte, erarbeitete ich mir bereits praktische Routine und Sicherheit in diesen Bereichen.

Inzwischen wieder in die alte Heimat zurückgekehrt, lektoriere, korrigere und texte ich nun auch von München aus.

Was mich an meiner Arbeit für die Zweite Feder besonders begeistert, ist die Möglichkeit, an Texten zu feilen, mit Sprache zu spielen und gleichzeitig jeden Tag neue Themen, Menschen und Geschichten zu entdecken und über diese Entdeckungen zu schreiben.

☆ Musik und Musiktheorie (Spezialgebiet „Alte Musik“, v. a. Barock) ☆ Geschichte ☆ Englischsprachige, vor allem britische Literatur ☆ Filme und Serien ☆ SciFi ☆Garten und Pflanzen ☆ Reisen ☆ Wandern ☆ Stricken