Kräuter & Pflanzen
Die Pfingst­‌rose (Pae­‌o‌­ni‌a)
– meine würdevolle Diva
Agnes Waidosch
18 May, 2020

Der gelbe Farbtupfer von einem Winterling im Grau-Weiß des Spätwinters, eine duftende Rosenblüte oder auch der erste Raubzug durch die Bärlauchkolonie im Wald – wer wie wir bei diesen Gedanken Schnappatmung bekommt, ist hier genau richtig! Im Rahmen unserer Pflanzen- und Gartenecke wollen wir Ihnen einige unserer Lieblingspflanzen vorstellen. 

Die Pfingstrose – genauer gesagt in diesem Fall die Staudenpfingstrose – darf dabei den Anfang für die Zierpflanzenreihe machen.

Die verkannte Frühlingsbotin

Wie der Name schon vermuten lässt, betritt die Staude die Gartenbühne eigentlich erst um Pfingsten herum, aber nicht nur die riesigen duftenden Blütenbälle sind ein Hingucker. Schon viel früher, wenn sich gerade einmal die ersten Tulpen und Krokusse aus der kahlen Erde trauen, lassen sich auch die Staudenpfingstrosen schon blicken:

Die Triebspitzen sind oft dunkelrot bis korallenfarben und öffnen sich nach oben wie kleine, fransige Regenschirme; gerade in der kahlen Übergangszeit zwischen Winter und Frühling also eine echte Augenweide. Das eigentliche Highlight sind jedoch die Blüten selbst. Die Farben sind hier genauso unbescheiden wie beim Austrieb: Es gibt blutrote, pinke, lilafarbene, gelbe und sogar zweifarbig gestreifte Pfingstrosen. Aber auch die eher zarten, pastelligen Töne sind vertreten.

Wenn sie sich mit ihren umwerfenden Blüten schließlich verausgabt haben, überlassen die Schönheiten die Gartenbühne ihren Kollegen. Ab Herbst kann man die nun vertrockneten, vergilbten Blätter und Blütenstiele abschneiden. Im Winter erinnert dann fast nichts mehr an die prächtige Staude – die im Sommer oft knie- oder sogar hüfthoch werden kann und einen beachtlichen Umfang erreicht –, bis im Frühjahr wieder die ersten roten Triebe aus dem Boden spitzen.

Liebling der Götter

Der botanische Name (Paeonia) leitet sich vom Gott Paian ab, der laut Homer mithilfe der Pfingstrose Pluto heilte, und auch die Menschen nutzten die Pfingstrose lange als Heilpflanze. Heutzutage wird sie jedoch überwiegend zur Dekoration eingesetzt: An Fronleichnam verwendet man Pfingstrosenblüten in vielen katholischen Städten und Dörfern für die traditionellen Blütenbilder, und ganz allgemein ist die Pfingstrose als Schnittblume beliebt, was nicht zuletzt am herrlichen Duft vieler Sorten liegt.

Eine absolute Freude sind die Hybrid-Züchtungen Coral Charm und Coral Sunset, die halbgefüllt blühen und deren Blütenfarbe von einem leuchtenden Orange-Rot langsam zu einem zarten Cremeton verblasst.

Wie pflanze und pflege ich meine Pfingstrose?

Hat man die großen, üppig gefüllten Blüten vor Augen, fällt es schwer zu glauben, wie robust diese klassische Bauerngarten-Pflanze eigentlich ist: Bei uns absolut winterhart, wird sie nicht von Schnecken angefallen und ist dabei pflegeleicht und langlebig. An den Boden stellt die Staude ebenfalls keine besonderen Ansprüche, nur zu trocken sollte es nicht werden und wie die meisten Pflanzen mag auch sie keine Staunässe. Sie badet zwar bevorzugt in der Sonne, kommt jedoch auch mit einem halbschattigen Standort zurecht. Die Kombination mit anderen Pflanzen und Gehölzen ist ebenso unproblematisch, solange man der „Rose ohne Dornen“ genügend Platz einräumt. Beim Einpflanzen sollte man außerdem beachten, dass der knollenartige Wurzelstock nicht zu tief gesetzt wird – maximal 3 cm dürfen die Augen (also die kleinen, runden Triebspitzen) unter der Erde liegen. Andernfalls wartet man vergeblich auf die Blütenpracht und wird nur mit Laub in Hülle und Fülle belohnt.

Da bin ich daheim!

Wie bereits erwähnt, können Pfingstrosen zudem sehr alt werden. Was die Staude dann allerdings doch zur Diva macht, ist ihre extreme Abneigung gegenüber Veränderungen. Man könnte nun sagen, sie sei sehr treu – aber treffender ist vielleicht doch, dass sie wie ein oberbayerischer Ureinwohner nur sehr ungern ihren angestammten Wohnsitz verlässt. Eine Pfingstrosen-Neuansiedlung sollte also wohl durchdacht sein, denn Umpflanzen oder Teilen wird aller Voraussicht nach mit Empörung und daraus resultierender Blühverweigerung bis hin zur Selbstaufgabe quittiert.

Sollte ein Umsetzen doch einmal nötig werden (bei falschem Standort oder zur Vermehrung zum Beispiel), ist es zunächst empfehlenswert, die Staude fertig blühen zu lassen. Unterbricht man sie kurz vor oder während der Blüte, fällt diese unter Umständen komplett aus oder wird zumindest verkürzt. Hat man den richtigen Zeitpunkt abgepasst (im Idealfall wie bei der Pflanzung im Frühherbst), kann der Wurzelballen großzügig ausgegraben werden. Teilen sollte man ihn nun in jedem Fall, auch wenn er nur umgesetzt werden soll, da das Anwachsen am neuen Standort für die Pflanze sonst sehr mühsam würde. Dabei sollte man außerdem beachten, dass jedes Teilstück mindestens eine Triebknospe aufweist.

Beachtet man diese Tipps und Tricks, ist die Pfingstrose normalerweise eine absolut unproblematische Staude. Ich muss Sie aber warnen: Bei den vielen verschiedenen Sorten gerät man leicht in eine wahre Sammelwut, wenn man der würdevollen Diva einmal verfallen ist.

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Meine Begeisterung für das geschriebene Wort wurde bereits sehr früh geweckt, denn ich bin in einem Haushalt voller Bücher aufgewachsen. Deshalb habe ich schon seit meiner Kindheit immer sehr viel gelesen und eigene Geschichten geschrieben.
Im Laufe meiner Schulzeit bildete sich dann mein Berufswunsch heraus, ich wollte unbedingt mit Texten arbeiten und Lektorin oder Kulturjournalistin werden.
Deshalb studierte ich Germanistik und Skandinavistik an der Universität Göttingen und schloss mein Studium Anfang 2011 mit einem Magister Artium ab.
Während meines Studiums korrigierte ich unzählige Hausarbeiten von Kommilitonen, schrieb Artikel für Zeitschriften und arbeitete redaktionell im PR-Bereich. Im Anschluss daran war ich knapp fünf Jahre lang im Wissenschaftslektorat tätig und u. a. für die Betreuung einer wissenschaftlichen Zeitschrift verantwortlich, für die ich das Layout und Korrektorat übernahm. Nebenberuflich habe ich ebenfalls als Lektorin gearbeitet sowie als Texterin.

Des Weiteren konnte ich einige Erfahrungen im Marketing und im Verlagswesen sammeln.

In all diesen Jahren ist meine Leidenschaft für die Arbeit an und mit Texten nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, nach wie vor freue ich mich jedes Mal, wenn ich einen neuen Text vor mir liegen habe, der von mir bearbeitet werden darf oder wenn ich selbst einen Text schreibe und mich dafür vorher in ein neues Thema einarbeiten kann.

☆ Skandinavische Sprachen (Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Isländisch), Kultur und Literatur ☆ PR und Marketing ☆ Kreatives Schreiben ☆ Literatur, insbesondere deutschsprachige Literatur des „Fin de Siècle“ (Wiener Moderne, Impressionismus/Symbolismus) und poetischer Realismus ☆ Fantasy & Graphic Novels ☆ Politik ☆ Netzkultur/Nerdkultur ☆ Fauna

In eine Musikerfamilie hineingeboren, lag es natürlich nahe, dass die Kunst und im Besonderen die Literatur und Musik ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sein würden. Während der Schulzeit standen dann, neben der Lektüre des gesammelten Bestands der erreichbaren Bibliotheken, vor allem Geigenstunden, Chor und später der Musik-Leistungskurs an erster Stelle.

Als klassischer Bücherwurm siegte jedoch nach der Schule die Liebe zur Literatur und ich schloss mein Germanistik- und Geschichtsstudium an der Universität Freiburg i. Brsg. mit einem Bachelor of Arts, und an der Universität Göttingen mit dem Master of Arts ab.
In dieser Zeit konnte ich außerdem erste Erfahrungen in der Verlagswelt sammeln, genauer gesagt, in die Bereiche Herstellung, Vertrieb und PR eines kleinen, belletristisch ausgerichteten Münchner Verlags hineinschnuppern. Durch mehrere Nebenjobs, größtenteils ebenfalls in der PR und im Lektorat, die ich während des Studiums ausübte, erarbeitete ich mir bereits praktische Routine und Sicherheit in diesen Bereichen.

Inzwischen wieder in die alte Heimat zurückgekehrt, lektoriere, korrigere und texte ich nun auch von München aus.

Was mich an meiner Arbeit für die Zweite Feder besonders begeistert, ist die Möglichkeit, an Texten zu feilen, mit Sprache zu spielen und gleichzeitig jeden Tag neue Themen, Menschen und Geschichten zu entdecken und über diese Entdeckungen zu schreiben.

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