Grammatik
Du oder du?
Sarah Christiansen
29 May, 2019
Nachdem viele Menschen immer wieder verunsichert sind, in welchem Zusammenhang das so häufig verwendete Wörtchen „Du“ klein- oder großgeschrieben wird, habe ich dies zum Anlass genommen, in einem Blogbeitrag die wichtigsten Fragen zu diesem Thema zu beantworten.
Als gebürtiges nördliches Nordlicht (mit starkem dänischem Duz-Einfluss) liebe ich das „Du“ und würde am liebsten jeden duzen, der mir über den Weg läuft. Leider ist das nicht immer möglich, aber an dieser Stelle kann ich mich zumindest grammatikalisch mit dem „Du“ auseinandersetzen.

Die Regel

Generell wird das Wort „du“ immer kleingeschrieben. Gleiches gilt übrigens auch für alle weiteren Formen wie „dich“, „dir“ und das dazugehörige Possessivpronomen „dein“. Auch die Mehrzahl „ihr“ und die dazugehörigen Formen „euch“/„eure“ etc. werden generell kleingeschrieben. Dabei ist es völlig gleichgültig, in welchem textlichen Zusammenhang „du“ benutzt wird: Diese Regel gilt für sämtliche Texte, egal ob diese in Büchern stehen oder auf Plakate bzw. Müslipackungen gedruckt werden.

Die Ausnahme(n)

Jede Regel beinhaltet selbstverständlich auch Ausnahmen (wäre ja auch sonst zu einfach), davon gibt es hier aber gerade einmal zwei:

  1. Wenn es um das Wort „Du“ als solches geht und es dadurch zum Substantiv (Nomen) wird, muss es großgeschrieben werden. Beispiele:
  • Er bietet ihm das Du an.
  • Ich spreche grundsätzlich alle mit Du an.
  • Er steht mit den Tieren auf Du und Du.

 

  1. Die Anrede in Briefen etc. kann großgeschrieben werden: Mit der Rechtschreibreform von 1996 wurde zwar beschlossen, die Anredepronomen „du“ und „ihr“ immer kleinzuschreiben, 2006 erfolgte dann jedoch eine kleine Nachbesserung der Reform, die nun erlaubte, „du“/„ihr“ und deren jeweilige Ableitungen in Briefen groß oder klein zu schreiben.

Das bedeutet, in Briefen/E-Mails/Nachrichten usw., also immer, wenn jemand persönlich angesprochen wird, darf (muss aber nicht!) „Du“ auch großgeschrieben werden. Es ist also eine Geschmacksfrage, ob man es lieber groß- oder kleinschreibt. Ich persönlich empfinde das kleingeschriebene „du“ als etwas moderner und bevorzuge es daher.

Beispiel:

Lieber Dietmar,

in deinem/Deinem letzten Brief sprachst du/Du von der Idee, einen gemeinsamen Urlaub zu machen …

Berufliche Empfehlung

Auch im beruflichen Alltag duzt man sich mit einigen Menschen. Schreibt man nun bspw. eine E-Mail, in der man „du“ verwendet, sollte man Folgendes beachten: Das kleingeschriebene „du“ wirkt vertrauter und weniger distanziert als das großgeschriebene „Du“. Diese Tatsache sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man z. B. an seinen Chef schreibt. (Hier könnte es sich also empfehlen, das „Du“ zu verwenden.)

Es gibt außerdem einige Menschen, die, obwohl die Rechtschreibreform inzwischen über 20 Jahre her ist, noch an die Großschreibung von „Du“ gewohnt sind und eine Kleinschreibung als Fehler auffassen könnten. Auch deshalb empfiehlt sich bei geschäftlichen Kontakten oftmals die Großschreibung.

Fazit

Wer alles richtig machen bzw. aus Sicht einer korrekten Rechtschreibung auf Nummer sicher gehen will, sollte „du“ immer klein schreiben, es sein denn, es handelt sich um das Substantiv „Du“ (siehe oben).

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Zweite Feder

„Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort und dem richtigen ist derselbe wie zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz“ – Mark Twain

Meine Begeisterung für das geschriebene Wort wurde bereits sehr früh geweckt, denn ich bin in einem Haushalt voller Bücher aufgewachsen. Deshalb habe ich schon seit meiner Kindheit immer sehr viel gelesen und eigene Geschichten geschrieben.
Im Laufe meiner Schulzeit bildete sich dann mein Berufswunsch heraus, ich wollte unbedingt mit Texten arbeiten und Lektorin oder Kulturjournalistin werden.
Deshalb studierte ich Germanistik und Skandinavistik an der Universität Göttingen und schloss mein Studium Anfang 2011 mit einem Magister Artium ab.
Während meines Studiums korrigierte ich unzählige Hausarbeiten von Kommilitonen, schrieb Artikel für Zeitschriften und arbeitete redaktionell im PR-Bereich. Im Anschluss daran war ich knapp fünf Jahre lang im Wissenschaftslektorat tätig und u. a. für die Betreuung einer wissenschaftlichen Zeitschrift verantwortlich, für die ich das Layout und Korrektorat übernahm. Nebenberuflich habe ich ebenfalls als Lektorin gearbeitet sowie als Texterin.

Des Weiteren konnte ich einige Erfahrungen im Marketing und im Verlagswesen sammeln.

In all diesen Jahren ist meine Leidenschaft für die Arbeit an und mit Texten nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, nach wie vor freue ich mich jedes Mal, wenn ich einen neuen Text vor mir liegen habe, der von mir bearbeitet werden darf oder wenn ich selbst einen Text schreibe und mich dafür vorher in ein neues Thema einarbeiten kann.
☆ Skandinavische Sprachen (Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Isländisch), Kultur und Literatur ☆ PR und Marketing ☆ Kreatives Schreiben ☆ Literatur, insbesondere deutschsprachige Literatur des „Fin de Siècle“ (Wiener Moderne, Impressionismus/Symbolismus) und poetischer Realismus ☆ Fantasy & Graphic Novels ☆ Politik ☆ Netzkultur/Nerdkultur ☆ Fauna

In eine Musikerfamilie hineingeboren, lag es natürlich nahe, dass die Kunst und im Besonderen die Literatur und Musik ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sein würden. Während der Schulzeit standen dann, neben der Lektüre des gesammelten Bestands der erreichbaren Bibliotheken, vor allem Geigenstunden, Chor und später der Musik-Leistungskurs an erster Stelle.

Als klassischer Bücherwurm siegte jedoch nach der Schule die Liebe zur Literatur und ich schloss mein Germanistik- und Geschichtsstudium an der Universität Freiburg i. Brsg. mit einem Bachelor of Arts, und an der Universität Göttingen mit dem Master of Arts ab.
In dieser Zeit konnte ich außerdem erste Erfahrungen in der Verlagswelt sammeln, genauer gesagt, in die Bereiche Herstellung, Vertrieb und PR eines kleinen, belletristisch ausgerichteten Münchner Verlags hineinschnuppern. Durch mehrere Nebenjobs, größtenteils ebenfalls in der PR und im Lektorat, die ich während des Studiums ausübte, erarbeitete ich mir bereits praktische Routine und Sicherheit in diesen Bereichen.

Inzwischen wieder in die alte Heimat zurückgekehrt, lektoriere, korrigere und texte ich nun auch von München aus.

Was mich an meiner Arbeit für die Zweite Feder besonders begeistert, ist die Möglichkeit, an Texten zu feilen, mit Sprache zu spielen und gleichzeitig jeden Tag neue Themen, Menschen und Geschichten zu entdecken und über diese Entdeckungen zu schreiben.

☆ Musik und Musiktheorie (Spezialgebiet „Alte Musik“, v. a. Barock) ☆ Geschichte ☆ Englischsprachige, vor allem britische Literatur ☆ Filme und Serien ☆ SciFi ☆Garten und Pflanzen ☆ Reisen ☆ Wandern ☆ Stricken