Diverses | Schreibtipps
Deine klare Positio­nie­rung als Autor*in
Wieso eine Publikationsstrategie beim Buchmarketing hilft
© Miriam Böttner
Heide Liebmann
6 Apr, 2021

Alljährlich organisiert der Texttreff, das fantastische „Netzwerk wortstarker Frauen“, ein Blogwichteln, bei dem teilnehmende Mitglieder sich mit Blogartikeln beschenken. Auch wir haben mitgemacht: Sarah hat auf Anne Weberts Blog ihre Erfahrungen mit dem „Diemardener Dorfgarten“ geteilt und Textine Heide hat wiederum uns mit einem Artikel beglückt. Sie beleuchtet darin die Frage, warum Positionierung und Publikationsstrategie für ein Buchprojekt entscheidend sind

Heides Artikel:

Nehmen wir mal an, du möchtest ein Buch schreiben, genauer gesagt, ein Sachbuch, vielleicht einen Ratgeber. Es gibt da dieses Thema, das dich schon länger umtreibt. Oder du hast einen ganz besonderen Schwerpunkt. Wahrscheinlich hast du auch gehört, dass Bücher ein prima Marketinginstrument sind.

Also machst du dich eines Tages ans Werk und schreibst frisch drauflos. Vielleicht schließt du dein Buchprojekt auch tatsächlich ab und überlegst jetzt, wie du dein Opus unters Volk bringst.

 Stell dir an dieser Stelle so einen „Möööp!“-Button vor, der immer dann erklingt, wenn die Antwort falsch ist … 😉

 Ein Buch zu schreiben, ohne sich im Vorfeld Gedanken zur eigenen Positionierung und Publikationsstrategie zu machen, ist aus meiner Sicht verschwendete Lebenszeit – es sei denn, du nutzt das Schreiben in erster Linie zur persönlichen Selbstverwirklichung. Denn Verlage mögen ein fix und fertiges Werk gar nicht so gern, weil sie aus ihrer Erfahrung heraus immer noch Einfluss nehmen möchten auf den Inhalt. Mit etwas Glück ist zudem dein*e Ansprechpartner*in im Verlag sehr erfahren und kann dir zusätzliche wertvolle Hinweise geben, die dein Buch deutlich interessanter für das angepeilte Zielpublikum machen.

Erst das Exposé, dann der ganze Rest

Wenn du einen guten Verlag für dein Werk gewinnen möchtest, präsentierst du also eher nicht ein fertiges Manuskript, sondern du wirst eher zunächst ein Exposé entwickeln. Auf dieser Grundlage entscheidet der Verlag dann, ob dein geplantes Buch ins Programm passt, und wie man dort die Chancen beurteilt, dass es sich überhaupt verkauft.

Willst du dein Buch im Selbstverlag veröffentlichen, kommst du ebenfalls nicht darum herum, dir schon lange vor der eigentlichen Veröffentlichung Gedanken zum Buchmarketing zu machen. Denn nun hast du nicht die geballte Marktmacht eines Verlags im Rücken – wobei man davon als Erstlingsautor*in allerdings auch nicht so sehr viel mitbekommt. Sondern du musst schon während des Schreibprozesses deine Zielgruppe auf das kommende Werk aufmerksam machen. Noch besser: Du beziehst deine zukünftigen Leser*innen direkt mit ein.

 Deshalb ist es für deine Positionierung als Autor*in entscheidend, dass du deine zukünftigen Leser*innen wirklich gut kennst. Gehe also weniger davon aus, was du unbedingt unters Volk bringen willst, sondern schau dir an, was deine Kund*inn*en, die optimalerweise auch deine Leserschaft bilden, wirklich brauchen und biete ihnen in deinem Buch dafür eine Lösung an.

Was gibt dein Thema auf Dauer her?

Ob Verlag oder Selfpublishing: In beiden Fällen ist es hilfreich, wenn du dir ernsthafte Gedanken darüber machst, ob dein erstes Buch auch dein letztes sein soll – oder ob du nicht vielmehr weitere Bücher folgen lassen möchtest. Denn das ist für Verlage durchaus ein Argument, wenn sie darüber nachdenken, ob sie dein Werk publizieren sollen. Ist erkennbar, dass das Thema noch mehr hergibt? Kann man daran anschließen und das Thema weiter auffächern? Oder für andere Zielgruppen aufbereiten?

 Falls du eine Karriere als Selfpublisher anstrebst, ist es gleichermaßen sinnvoll zu überlegen, welche Themengebiete du als Autor*in abdecken willst. Natürlich kannst du dieses Jahr ein Buch über Hochbeete schreiben und nächstes Jahr eins über Handlettering, wenn das zwei Bereiche sind, die dich persönlich interessieren.

 Für das Marketing ist es aber wesentlich schwieriger, zwei Themengebiete zu vermarkten, die praktisch nichts miteinander zu tun haben.

 

Wie du als Sachbuch-Autor*in an Kontur gewinnst

Nehmen wir hingegen mal an, du bist Expertin für Entspannungs- und Antistress-Trainings. Dann lassen sich unter diesem Label diverse Themen finden, die du alle mit deiner Expertise abdecken kannst. Du positionierst dich ab dem ersten Buch für diesen Schwerpunkt, zeigst damit fortwährend, über welch umfassendes Wissen du verfügst und gewinnst so mit jeder weiteren Veröffentlichung an Kontur.

Die Publikation von Sachbüchern ist normalerweise ein Nullsummengeschäft, wenn du nur auf die Tantiemen schaust. Als Erstautor*in erhältst du bei vielen Verlagen nicht mal mehr einen Honorarvorschuss, der dann mit den vereinbarten Tantiemen verrechnet wird.

Veröffentlichst du im Selbstverlag, bleibt zwar prozentual deutlich mehr bei dir hängen – aber das lohnt sich auch nur dann, wenn du ausreichend Stückzahlen verkaufst.

Ein Sachbuch zu publizieren, sollte also Teil deiner übergreifenden Personal-Branding-Strategie sein und dient in erster Linie deiner Reputation.

Im besten Fall unterstreicht dein aktuelles Buchprojekt somit deine besondere Expertise in einem Bereich – und bietet zugleich Möglichkeiten, dein Thema in weiteren Publikationen zu vertiefen oder auszuweiten. Auf diese Weise kannst du dir nach und nach eine Fanbase aufbauen von Leser*innen, die schon gespannt auf dein nächstes Buch warten. Du musst daher nicht bei jedem Buch ganz neu ansetzen, weil die Schnittmenge der verschiedenen Themen doch eher gering ist.

Nimm dir ein Beispiel an echten Bestseller-Autor*innen im Sachbuch-Bereich wie Stefan Frädrich, Maja Storch, Anja Förster und Peter Kreuz oder Rolf Dobelli. Sie alle haben sozusagen Spin-offs ihrer ursprünglichen Buchidee entwickelt und damit an deren Erfolg angeknüpft. Und mit jedem Buch haben sie ihren Status als Expertin bzw. Experte weiter ausgebaut. So geht das.

Als erfolgreiche Sachbuch-Autorin mit einem Amazon-Bestseller im Portfolio unterstütze ich dich gerne bei deiner Buchidee. Sprich mich einfach an.

 Heide Liebmann

Heide Liebmann

Potenzialdetektivin, Coach und Autorin

Heide Liebmann ist Potenzialdetektivin, Coach und Autorin und unterstützt Solo-Selbstständige, kreative Freiberufler sowie Fach- und Führungskräfte, sich persönlich und unternehmerisch weiterzuentwickeln bzw. ihre Karriere zu gestalten.

Ihr Schwerpunkt: Klarheit für die erfolgreiche Positionierung und die Formulierung knackiger Angebote.

Als Potenzialdetektivin arbeitet sie wie eine „echte“ Detektivin ergebnisoffen, folgt Spuren, sammelt Indizien, bildet Hypothesen und überprüft diese, um die Potenziale ihrer Kund:inn:en aufzudecken.

Ihr Credo: Es ist immer so viel mehr möglich, als du gerade denkst!

Ihr aktueller Amazon-Bestseller:

Loslassen: Wie du echte emotionale Freiheit gewinnst

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibtipps

Besser schreiben

Schreibtipps

Was macht einen guten Text aus?

Schreibtipps

Ein The­­­ma
– un­zäh­lige Mög­lich­kei­ten, ein Buch zu schrei­ben

Zweite Feder

„Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort und dem richtigen ist derselbe wie zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz“ – Mark Twain

Meine Begeisterung für das geschriebene Wort wurde bereits sehr früh geweckt, denn ich bin in einem Haushalt voller Bücher aufgewachsen. Deshalb habe ich schon seit meiner Kindheit immer sehr viel gelesen und eigene Geschichten geschrieben.
Im Laufe meiner Schulzeit bildete sich dann mein Berufswunsch heraus, ich wollte unbedingt mit Texten arbeiten und Lektorin oder Kulturjournalistin werden.
Deshalb studierte ich Germanistik und Skandinavistik an der Universität Göttingen und schloss mein Studium Anfang 2011 mit einem Magister Artium ab.
Während meines Studiums korrigierte ich unzählige Hausarbeiten von Kommilitonen, schrieb Artikel für Zeitschriften und arbeitete redaktionell im PR-Bereich. Im Anschluss daran war ich knapp fünf Jahre lang im Wissenschaftslektorat tätig und u. a. für die Betreuung einer wissenschaftlichen Zeitschrift verantwortlich, für die ich das Layout und Korrektorat übernahm. Nebenberuflich habe ich ebenfalls als Lektorin gearbeitet sowie als Texterin.

Des Weiteren konnte ich einige Erfahrungen im Marketing und im Verlagswesen sammeln.

In all diesen Jahren ist meine Leidenschaft für die Arbeit an und mit Texten nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, nach wie vor freue ich mich jedes Mal, wenn ich einen neuen Text vor mir liegen habe, der von mir bearbeitet werden darf oder wenn ich selbst einen Text schreibe und mich dafür vorher in ein neues Thema einarbeiten kann.

☆ Skandinavische Sprachen (Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Isländisch), Kultur und Literatur ☆ PR und Marketing ☆ Kreatives Schreiben ☆ Literatur, insbesondere deutschsprachige Literatur des „Fin de Siècle“ (Wiener Moderne, Impressionismus/Symbolismus) und poetischer Realismus ☆ Fantasy & Graphic Novels ☆ Politik ☆ Netzkultur/Nerdkultur ☆ Fauna

In eine Musikerfamilie hineingeboren, lag es natürlich nahe, dass die Kunst und im Besonderen die Literatur und Musik ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sein würden. Während der Schulzeit standen dann, neben der Lektüre des gesammelten Bestands der erreichbaren Bibliotheken, vor allem Geigenstunden, Chor und später der Musik-Leistungskurs an erster Stelle.

Als klassischer Bücherwurm siegte jedoch nach der Schule die Liebe zur Literatur und ich schloss mein Germanistik- und Geschichtsstudium an der Universität Freiburg i. Brsg. mit einem Bachelor of Arts, und an der Universität Göttingen mit dem Master of Arts ab.
In dieser Zeit konnte ich außerdem erste Erfahrungen in der Verlagswelt sammeln, genauer gesagt, in die Bereiche Herstellung, Vertrieb und PR eines kleinen, belletristisch ausgerichteten Münchner Verlags hineinschnuppern. Durch mehrere Nebenjobs, größtenteils ebenfalls in der PR und im Lektorat, die ich während des Studiums ausübte, erarbeitete ich mir bereits praktische Routine und Sicherheit in diesen Bereichen.

Inzwischen wieder in die alte Heimat zurückgekehrt, lektoriere, korrigere und texte ich nun auch von München aus.

Was mich an meiner Arbeit für die Zweite Feder besonders begeistert, ist die Möglichkeit, an Texten zu feilen, mit Sprache zu spielen und gleichzeitig jeden Tag neue Themen, Menschen und Geschichten zu entdecken und über diese Entdeckungen zu schreiben.

☆ Musik und Musiktheorie (Spezialgebiet „Alte Musik“, v. a. Barock) ☆ Geschichte ☆ Englischsprachige, vor allem britische Literatur ☆ Filme und Serien ☆ SciFi ☆Garten und Pflanzen ☆ Reisen ☆ Wandern ☆ Stricken